Auf der Suche nach einem guten Hotel

Mit seiner Arbeit Auf der Suche nach einem guten Hotel beruft sich Kai Schiemenz auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Skulptur: Kunstwerke, die durch Abtragen, Ausstechen, oder Aushöhlen von festem Material entstehen. Schiemenz erklärt den Berliner Boden zum Material seiner Arbeit und gräbt ein Loch. Dieses bildet die Negativform, aus der Betonformen gegossen werden. Die Form der Skulptur wird dabei von der Beschaffenheit des Bodens mitbestimmt. Dieser Kontrollverlust ist ein inhärenter Teil des Projekts. Schiemenz vergleicht seine Arbeit mit einer archäologischen Ausgrabung. Die ausgegrabenen “Fundstücke” werden in dem neu entstandenen Quartier aufgestellt. Sie bieten Raum zum Innehalten und Erinnern, welche Relevanz Boden als begrenzte gesellschaftliche Ressource bedeutet, und öffnen den faktischen Blick auf die geologischen und historischen Schichten unter den Neubauten.



Kai Schiemenz

Kai Schiemenz beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit Stadt, Raum und Architektur und deren regulierenden Funktion für das Zusammenleben. In neueren Arbeiten entstehen Skulpturen in den verschiedensten Materialien, wie Glas, Keramik, Bronze. Diese Skulpturen leiten sich von Architekturmodellen her und nehmen Bezug auf den Raum. Kai Schiemenz war 2008 mit der Arbeit The Empty Dwelling, the Vain Tower and the Mad Colonist, Teil des Skulpturenpark Berlin_Zentrum. Kai Schiemenz lebt und arbeitet in Berlin.