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Markus Lohmann & Michael Böhler
SKYLINE, 2006
Ein Campingplatz kopiert internationale Architektur.
Die Zeltsiedlung steht auf dem nördlichen Teil des Skulpturenparks Berlin_Zentrums.
Alle Zelte entsprechen den Dächern und Spitzen bekannter Hochhäuser
aus Deutschland und Nordamerika. Sie sind zwischen einem und sechs Metern
hoch und scheinen aus dem Boden zu wachsen. Typische Merkmale von Zelten wie
Eingänge, Fenster, Dächer und Details wieVerspannungsseile und Dreckschürzen,
befinden sich in einem nachvollziehbaren Verhältnis zu Form und Grösse
der Objekte, und suggerieren somit einen realen, nutzbaren Campingplatz.
Die Arbeit wirft einen ironischen Blick auf die städtebauliche Aktivität
einer bestehenden oder werdenden Metropole. Im Hinblick auf die besondere
Situation Berlins, das unter dem Druck steht, Vergleiche mit anderen Weltstädten
wie Paris, London oder New York aushalten zu müssen, ensteht eine besondere
Dynamik. Auf der einen Seite muss das städtebauliche Profil den Anforderungen
internationaler Metropolen-Architektur standhalten, auf der anderen Seite
stehen die ökonomischen Interessen der Investoren. An diesem Punkt stellt
sich die Frage wem der verbleibende Öffentliche Raum denn eigentlich
gehört und wie er genutzt wird. Campingzelte im Öffentlichen Raum
sind suspekte Objekte einer temporären Inanspruchnahme. Sie schüren
die Angst vor parasitärem Siedeln und stören die ästhetische
Vorstellung lokaler Verschönerungs – und Modernisierungsplanungen.
Als formalen Mix aus den beiden Identitäten Skyline und Camping überlassen
wir unsere Installation als skurrilen Hybriden vor Ort Ihrem hilflosen Dasein.